Henrichshütte

Die alte Zechen- und Hüttenkultur hat für mich einfach einen ganz eigenen Reiz – nirgendwo spürt man das so intensiv wie auf der Henrichshütte. Massive Stahlkonstruktionen, verrostete Anlagen, dazwischen überall Grün, das sich Stück für Stück alles zurückholt. Genau dieser Kontrast zwischen Vergangenheit und Natur, die sich langsam wieder ihren Platz erobert, macht das Gelände für mich fotografisch so spannend.

2013 & 2024

Trivia

Die Henrichshütte wurde 1854 von Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode gegründet und entwickelte sich über mehr als 130 Jahre zu einem der bedeutendsten Eisen- und Stahlwerke im Ruhrgebiet. In ihrer Blütezeit arbeiteten hier bis zu 10.000 Menschen, bevor die Stahlproduktion 1987 endgültig eingestellt wurde – ein Einschnitt, der die Stadt Hattingen bis heute prägt. Statt das Gelände komplett verschwinden zu lassen, entschied man sich, Teile davon als Industriedenkmal zu erhalten: Seit 1990 beherbergt das ehemalige Hüttenareal das LWL-Industriemuseum, das auf dem weitläufigen Gelände die Geschichte der Eisen- und Stahlerzeugung lebendig hält. Zentrales Zeugnis dieser Zeit ist der Hochofen 3, einer der ältesten noch erhaltenen Hochöfen im Ruhrgebiet, der mit seinen rund 55 Metern noch heute weithin sichtbar über das Gelände ragt. Anders als viele komplett sanierte Museumsflächen wurde bei der Henrichshütte bewusst darauf geachtet, den rauen, unfertigen Charakter der Industrieanlage zu erhalten – Rost, Patina und wilder Bewuchs gehören hier ganz bewusst zum Bild dazu. Diese Mischung aus bewahrter Industriegeschichte und sich zurückerobernder Natur macht das Gelände zu einem der eindrucksvollsten Lost-Place-artigen Fotomotive im gesamten Ruhrgebiet.